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Mittwoch, 20. Juli 2016

Lass uns über...den Tod reden



Es wurde wieder eine ganz tolle Aktion ins Leben gerufen und zwar die Aktionswochen "Lass uns über...reden", die jedes Monat mit einem anderen Thema behandelt werden. Diesen Monat geht es um das Thema "Tod". Es ist ein heikles Thema, das uns aber alle betrifft, denn neben der Geburt ist auch der Tod etwas, das einfach zu unserem Leben dazu gehört. Daher möchte ich heute das Thema allgemein behandeln und vor allem auch über eigene Erfahrungen sprechen.

So wie für uns alles mit unserer Geburt beginnt, so ist unser Ende der Tod. Es gehört zum Leben dazu und ist unausweichlich, leider für die Hinterbliebenen schwer zu verkraften. Grade, wenn es kein natürlicher Todesfall ist, sondern die geliebte Person durch einen Unfall oder einen Mord aus dem Leben gerissen wird. Was auch der natürliche Lauf des Leben ist ist, dass Kinder die Eltern zu Grabe tragen und nicht umgekehrt und für Eltern ist es gerade schwer zu verkraften, wenn ein Kind vor ihnen stirbt.


In meiner Familie gab es schon recht viele Todesfälle und ich wurde schon sehr sehr bald mit dem ersten konfrontiert. Ich hatte auch überlegt, über welche Erfahrung ich erzählebn sollte, vielleicht die kürzlich? Den am 17.07.2016, ist mein Großcousin gestorben. Ironischerweise genau an dem Tag, wo ich diesen Beitrag schreiben begonnen hatte. Doch so sehr mich das auch mitnimmt, da ich ihn immer sehr gemocht hatte, so ist es doch ein anderer Todesfall, der mich mehr mitgenommen hat.
Es war für mich nicht nur der Schlimmst, sonderna uch mein aller erster Todesfall. Damals war es mein Opa der starb und den habe ich wirklich nie verkraftet. Er war für mich immer ein Anker und er war für mich das aller Wichtigste. Ich habe mich wirklich sehr gut verstanden, er war für mich das Größte und ich weiß, dass ich es auch für ihn war.
Ich war damals 8 Jahre alt, er war eigentlich nur wegen seinem Asthma im KH und an dem Tag wo er heim hätte dürfen, hat er eine Hirnblutung bekommen, was ich nicht wusste und wahrscheinlich mit meinen 8 Jahren auch gar nicht verstanden hätte. Die Ärzte hatten diese zu spät gesehen und er erlag im Krankenhaus dieser Blutung.
Damals war meine Mama an diesem Tag nur losgefahren um ihn vom Krankenhaus abzuholen. Es war ein freier Tag für mich und ich hatte noch geschlafen als sie losgefahren war. Als sie nachhause kam, kam sie zu mir ins Zimmer und hatte mich geweckt. Ich war noch etwas verschlafen und hatte sie gefragt, ob sie jetzt Opa holen würde und sie teilte mir mit, dass sie schon weg und wieder zurück war. Gerade als ich aufspringen und zu ihm laufen wollte, sagte sie mir, dass sie ohne ihm heim gekommen war. Ich verstand einfach nicht wieso.


Sie sagte mir dann, so gut wie man es wohl einem Kind sagen konnte, dass mein Opa gestorben sei und obwohl meine Welt in diesem Moment zusammenbrach, konnte ich keine einzige Träne vergießen. Im Nachhinein wünschte ich mir ich hätte es getan, vielleicht wäre so der Abschied leichter gefallen. Ich glaub aber einfach auch, dass ich nicht einsehen wollte, dass mein Opa wirklich weg war und nie wieder kommen würde. Ich weiß es nicht genau.
Jetzt wo ich älter bin tröste ich mich damit, dass er irgendwo da oben ist, ein Engel ist und immer über mich wacht. Ich weiß, dass er immer bei mir ist, auch wenn ich ihn nicht sehen kann und auch wenn er, obwohl ich es mir gewünscht hätte, dass er direkt dabei wäre, dass er bei meiner Hochzeit dabei war und sicher auch glücklich und stolz auf mich gewesen ist. Genauso wie er die Geburt seiner Urenkelin gesehen hat und sicher stolz auf dieses süße Wesen ist.


Ich habe mich auch viel mit dem Tod beschäftigen angefangen und vor allem auch mit dem Leben danach genauso wie auch mit den Nahtoderfahrungen. Nahtoderfahrungen wurden für mich auch deswegen interessant, weil mir meine Mutter vor ca. einem Jahr erzählt hat, dass mein Opa ihr, als sie ihn von dem Stadtkrankenhaus in unser Krankenhaus gebracht hat, er ihr gesagt hat, dass er weiß, dass er sterben wird, da ihm das Gott gesagt hat, und dass das seine letzte Fahrt sein würde. Mein Opa wusste somit schon vorher, dass seine Zeit gekommen war. Das Ganze war einen Tag vor seinem Tod.

Dadurch, dass ich recht jung war, kann ich mich leider nicht mehr an viel von ihm erinnern, aber ein paar Kleine, aber recht intensive Erinnerungen sind mir geblieben und an diese denke ich sehr gerne zurück. Auch eine Erinnerung ist mit meiner Stoffkatze in Verbindung zu bringen, die ich als Kind geliebt habe und ich immer noch besitze. Ich denke, gerade weil sie noch Erinnerung an meinen Opa ist, ist es für mich so schwer, mich von ihr zu trennen. ;)


Wie ich schon geschrieben hatte, ich hatte schon recht viele Todesfälle in der Familie, aber keine ist mir je so nahe gegangen wie die von meinem Opa und noch immer hadere ich sehr an seinem Tod. Doch eine der Bewältigungen, um darüber hinweg zu kommen war garantiert auch, dass ich mich mehr mit dem Tod und dem Leben danach beschäftigt habe. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht wie es danach weiter geht und wie es im Paradies danach aussehen würde. Ich habe mir vorgestellt, dass er in den Himmel gekommen ist und was ganz wichtig ist...Kaum konnte ich schreiben, hatte ich mit dem Schreiben angefangen, das mir sehr geholfen hat. Zuerst Tagebuch und danach wurden Texte daraus. Zuerst Gedichte, die dann zu Kurzgeschichten wurden und jetzt in Bücher übergehen.
Trotzallem machen es in die Erinnerungen an ihn etwas leichter, aber ich bin mir sicher, ganze werde ich das alles nie vergessen.

Kommentare:

  1. Das tut mir Leid zu hören, dass du erst kürzlich einen gelieben Menschen verloren hast und generell das schon öfter miterlebt hast. Bisher waren es bei mir Oma und Opa mütterlicherseits die gestorben sind. Das war beide Mal auch sehr schwer, weil beide mich als Kind großgezogen haben und jeden Nachmittag auf mich aufgepasst haben, wenn meine Mum gearbeitet hat. Sie haben mich somit geprägt, mir alles beigebracht und stundenlang mit mir gespielt. Bei meinem Opa war es auch so, dass es ihm einen Abend vor seinem Tod noch mal richtig gut ging und wir uns da wirklich hoffnungen gemacht hatten, das es wieder bergauf ging. Aber leider ging es dann danach sehr schnell. Meine Oma hat dann nach dem Tod meines Opas sehr schnell abgebaut, da sie einfach ihr ganzes Leben mit ihm Verbracht hat und es halt die Liebe des Lebens war. Das war auch sehr hart mitanzusehen.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Dankeschön, finde die Aktion auch super und möchte da definitiv öfter mitmachen. Freut mich, dass wir da auch zwei Figuren haben, die wir gemeinsam haben.

    Oh ja Spencer finde ich auch klasse, sie ist auch meine liebste Figur in Pretty Little Liars. Gerade den Punkt mit Perfektionismus kann ich gut nachvollziehen, da bin ich genauso.

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  2. Erstmal Herzliches Beileid! <3
    Es ist nicht schön wenn man in einen so kurzen Leben schon viele Todesfälle erleben musste.
    Die Geschichte mit deinen Opa ist sehr herzergreifen & solange du über ihn redest, werden die Erinnerungen an ihn sicher nicht verschwinden, da bin ich mir sicher.
    Ich finde es so lieb, dass du uns daran teilhaben lässt.

    Lg Coline

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    1. Vielen lieben Dank. <3

      Danke ist lieb von dir. ;) Ja das stimmt. Und für mich ist es einfach wichtig die Erinnerungen, und wenn es noch so wenig sind, immer bei mir zu behalten. ;)
      Sehr gerne. ;)

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